Syltanja – Mein Weg, meine Steine, mein Zuhause

Mein Name ist Syltanja.

Fast 20 Jahre lang war Sylt mein Zuhause. Eine Insel, die mir wunderschöne Erinnerungen geschenkt hat, aber auch viele Begegnungen, Abschiede und Erfahrungen, die mich bis heute geprägt haben.

In all den Jahren habe ich viele Menschen kennengelernt. Manche sind geblieben, andere sind gegangen. Einige habe ich verloren, andere haben sich irgendwann aus meinem Leben verabschiedet. Jeder Mensch hat dabei seine Spuren hinterlassen.

Mein Leben war nie ein gerader Weg.

Immer wieder wurden mir Steine in den Weg gelegt. Manche waren klein, andere waren so groß, dass ich dachte, ich müsste daran zerbrechen. Immer wieder musste ich neu anfangen, mich sammeln und meinen Weg weitergehen.

Doch ich habe gelernt: Auch wenn das Leben einen zurückwirft, kann man wieder aufstehen.

Ich bin Mutter eines wundervollen Sohnes, der bald neun Jahre alt wird. Seit seinem elften Lebensmonat wächst er ohne seinen Vater auf. Wir beide sind gemeinsam durch viele Höhen und Tiefen gegangen. Ich habe versucht, ihm immer das zu geben, was ein Kind braucht: Liebe, Geborgenheit, Sicherheit und das Gefühl, niemals allein zu sein.

Im Juli 2024 begann für mich ein neues Kapitel.

Ich habe meinen jetzigen Partner kennengelernt und damit nicht nur einen Menschen in mein Leben gelassen, sondern auch eine neue Familie.

Heute leben wir als Patchworkfamilie zusammen. Zu uns gehören seine beiden Söhne, 11 und bald 14 Jahre alt, und mein Sohn.

Wir sind nicht die klassische Familie, die man vielleicht aus einem Bilderbuch kennt. Wir haben unsere Vergangenheit, unsere Erfahrungen und unsere eigenen Geschichten.

Und genau das macht unsere Familie zu dem, was sie ist.

Zu unserer Geschichte gehört allerdings auch die Familie der verstorbenen Frau meines Partners.

Ich weiß, dass sie einen wichtigen Platz in ihrem Leben hatte und immer haben wird. Das respektiere ich.

Aber trotzdem ist es schwer, wenn wir als neue Familie immer wieder das Gefühl bekommen, ausgegrenzt zu werden.

Es tut weh, wenn man versucht, seinen Platz zu finden, aber gleichzeitig spürt, dass dieser Platz von anderen nicht akzeptiert wird.

Wir wollen niemandem etwas wegnehmen.

Wir wollen keine Vergangenheit ersetzen.

Wir wollen einfach nur unsere eigene Zukunft leben dürfen.

Ich glaube, dass Trauer, Erinnerungen und neue Liebe nebeneinander existieren können. Niemand muss vergessen werden, damit etwas Neues entstehen darf.

Und vielleicht ist genau das die größte Herausforderung einer Patchworkfamilie: zu verstehen, dass Liebe kein Platzkampf sein muss.

Ich habe in meinem Leben schon viele Menschen verloren und musste mich immer wieder neuen Situationen stellen. Deshalb weiß ich inzwischen, dass ich nicht jeden Menschen davon überzeugen kann, mich zu verstehen oder zu akzeptieren.

Aber ich kann entscheiden, wer ich sein möchte und welchen Weg ich gehe.

Ich möchte Frieden.

Ich möchte, dass unsere Kinder glücklich aufwachsen.

Ich möchte eine Familie, in der jeder seinen Platz haben darf, ohne dass jemand verdrängt oder vergessen wird.

Und vor allem möchte ich mit meinem Partner eine Zukunft aufbauen, die auf Liebe, Respekt und Zusammenhalt basiert.

Vielleicht werden nicht alle Menschen unseren Weg verstehen.

Vielleicht werden manche uns weiterhin ausgrenzen.

Aber ich habe gelernt, dass man nicht sein ganzes Leben damit verbringen darf, um die Anerkennung anderer zu kämpfen.

Manchmal muss man einfach weitergehen.

Mit den Menschen, die wirklich an seiner Seite stehen.

Mit den Menschen, die einen so nehmen, wie man ist.

Und mit dem Wissen, dass jeder neue Morgen die Chance auf einen neuen Anfang bietet.

Ich bin Syltanja.

Ich habe viele Steine auf meinem Weg gefunden.

Aber ich bin immer wieder aufgestanden.

Und heute weiß ich:

Meine Vergangenheit hat mich geprägt – aber sie bestimmt nicht meine Zukunft.

Meine Geschichte geht weiter. ❤️

Von Sylt über Rostock und Frankfurt zu einer neuen Liebe

Mein Weg führte mich nicht direkt in mein heutiges Leben. Er war geprägt von Veränderungen, Abschieden und immer wieder neuen Anfängen.

Nach meiner Zeit auf Sylt zog ich gemeinsam mit dem Vater meines Sohnes nach Rostock. Dort begann für mich ein neuer Lebensabschnitt. In Rostock wurde mein Sohn geboren – mein größtes Glück und bis heute einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben.

Doch das Leben nahm eine Wendung, mit der niemand gerechnet hatte.

Nach dem Tod des Vaters meines Sohnes zogen wir gemeinsam nach Frankfurt. Wieder hieß es, Abschied zu nehmen, neu anzufangen und irgendwie nach vorne zu schauen.

Es waren Jahre, in denen ich lernen musste, mit Verlust, Verantwortung und Veränderung umzugehen. Als Mutter musste ich stark sein, auch wenn es in mir selbst manchmal ganz anders aussah.

Später begann ich meine Umschulung.

Und genau in dieser Zeit begegnete mir der Mensch, der heute mein Partner ist.

Am Anfang war da keine große Liebesgeschichte.

Es war Freundschaft.

Wir haben uns kennengelernt, uns verstanden, miteinander geredet, gelacht und uns gegenseitig kennengelernt. Ganz langsam entstand Vertrauen.

Und irgendwann wurde aus dieser Freundschaft etwas, womit vielleicht keiner von uns gerechnet hatte:

Liebe.

Nicht plötzlich und nicht wie im Film.

Sondern langsam, ehrlich und aus einer Freundschaft heraus, die bereits ein Fundament hatte.

Im Juli 2024 begann damit ein völlig neues Kapitel in meinem Leben.

Ich ließ mich auf eine neue Liebe ein und gleichzeitig auf eine neue Familie. Aus zwei Lebensgeschichten sollte etwas Gemeinsames entstehen.

Heute weiß ich, dass manche Menschen nicht zufällig in unser Leben kommen.

Manchmal begegnet man einem Menschen genau dann, wenn man eigentlich gar nicht mehr damit gerechnet hat.

Und manchmal beginnt die größte Liebesgeschichte nicht mit einem Feuerwerk, sondern ganz leise:

mit Freundschaft. ❤️

 

 

Patchwork – wenn Liebe allein nicht alles lösen kann

Eine Patchworkfamilie zu sein, klingt für viele Menschen vielleicht nach einem schönen neuen Anfang. Doch die Realität kann ganz anders aussehen.

Auch bei uns ist nicht immer alles einfach.

Unsere Jungs – beziehungsweise die Kinder aus unseren beiden Familien – verstehen sich leider kaum. Es gibt Spannungen, unterschiedliche Bedürfnisse und Situationen, die uns als Erwachsene immer wieder vor Herausforderungen stellen.

Deshalb haben wir Unterstützung

Ursprünglich sollte diese Unterstützung für uns alle da sein – für meinen Partner, seine beiden Söhne, meinen Sohn und natürlich auch für mich. Es sollte darum gehen, gemeinsam Lösungen zu finden, die Kinder zu unterstützen und uns als Familie zu helfen, besser miteinander umzugehen.

Doch leider entwickelte sich die Situation anders.

Gerade nachdem es zu Problemen gab, habe ich versucht, meine Sorgen und meine Wahrnehmung anzusprechen.

Ich hatte jedoch nicht das Gefühl, wirklich gehört und ernst genommen zu werden.

Für mich war das ein entscheidender Punkt.

Denn wenn man sich in einer Situation öffnet und um Unterstützung bittet, braucht man das Gefühl, dass die eigenen Sorgen gesehen werden. Man braucht Vertrauen – besonders dann, wenn es um die eigenen Kinder und das gemeinsame Familienleben geht.

Dieses Vertrauen ist bei mir leider verloren gegangen.

Deshalb habe ich die weitere Zusammenarbeit mit dieser Form der Unterstützung mit  dieser Person abgelehnt. Nicht, weil ich keine Hilfe möchte.

Im Gegenteil.

Ich möchte Hilfe.

Aber Hilfe muss für mich zielführend, ehrlich und für alle Beteiligten da sein. Sie sollte Probleme nicht größer machen, sondern dabei helfen, sie gemeinsam zu lösen.

Was mich besonders belastet hat, war das Gefühl, dass mein Sohn dabei immer wieder außen vor blieb.

Die Unterstützung, die eigentlich auch meinem Kind zugutekommen sollte, fand nie statt.

Das alles macht unser Familienleben nicht leichter.

Aber ich möchte nicht gegeneinander arbeiten.

Ich möchte, dass wir irgendwann lernen, miteinander zu arbeiten.

Ich wünsche mir keine perfekte Patchworkfamilie.

Ich wünsche mir eine Familie, in der jedes Kind gesehen wird.

In der mein Sohn genauso wichtig ist wie seine Söhne.

In der niemand das Gefühl bekommt, weniger zu zählen.

Und in der wir Erwachsenen Verantwortung übernehmen und gemeinsam daran arbeiten, dass es unseren Kindern gut geht.

Denn Patchwork bedeutet für mich nicht, dass plötzlich alles funktioniert.

Patchwork bedeutet, dass Menschen mit unterschiedlichen Vergangenheiten versuchen, eine gemeinsame Zukunft zu schaffen.

Und manchmal braucht dieser Weg eben mehr Zeit, mehr Geduld und vor allem die richtige Unterstützung.

Ich habe gelernt, dass es völlig in Ordnung ist, zu sagen:

„So wie es gerade läuft, funktioniert es für mich nicht.“

Und genauso wichtig ist es, den Mut zu haben, nach einer anderen Lösung zu suchen.

Wahrnehmung anzusprechen.

Ich hatte jedoch nicht das Gefühl, wirklich gehört und ernst genommen zu werden.

Für mich war das ein entscheidender Punkt.

Denn wenn man sich in einer Situation öffnet und um Unterstützung bittet, braucht man das Gefühl, dass die eigenen Sorgen gesehen werden. Man braucht Vertrauen – besonders dann, wenn es um die eigenen Kinder und das gemeinsame Familienleben geht.

Dieses Vertrauen ist bei mir leider verloren gegangen.

Aber Hilfe muss für mich zielführend, ehrlich und für alle Beteiligten da sein. Sie sollte Probleme nicht größer machen, sondern dabei helfen, sie gemeinsam zu lösen.

Was mich besonders belastet hat, war das Gefühl, dass mein Sohn dabei immer wieder außen vor blieb.

Die Unterstützung, die eigentlich auch meinem Kind zugutekommen sollte, fand für ihn praktisch nicht statt. Er wurde nicht in der Weise betreut oder unterstützt, wie ich es mir für ihn gewünscht hätte.

Denn als Mutter kann ich nicht einfach zusehen, wenn mein Kind in einer schwierigen Familiensituation keinen ausreichenden Raum bekommt.

Gleichzeitig weiß ich, dass auch mein Partner Unterstützung braucht – gerade im Umgang mit seinen beiden Söhnen. Denn auch dort gibt es große Herausforderungen. Die Jungs hören kaum auf ihren Vater, Grenzen und Regeln sind immer wieder ein Thema und dadurch entstehen zusätzliche Spannungen in unserem gemeinsamen Alltag.

Das alles macht unser Familienleben nicht leichter.

Aber ich möchte nicht gegeneinander arbeiten.

Ich möchte, dass wir irgendwann lernen, miteinander zu arbeiten.

Ich wünsche mir keine perfekte Patchworkfamilie.

Ich wünsche mir eine Familie, in der jedes Kind gesehen wird.

In der mein Sohn genauso wichtig ist wie seine Söhne.

In der niemand das Gefühl bekommt, weniger zu zählen.

Und in der wir Erwachsenen Verantwortung übernehmen und gemeinsam daran arbeiten, dass es unseren Kindern gut geht.

Denn Patchwork bedeutet für mich nicht, dass plötzlich alles funktioniert.

Patchwork bedeutet, dass Menschen mit unterschiedlichen Vergangenheiten versuchen, eine gemeinsame Zukunft zu schaffen.

Und manchmal braucht dieser Weg eben mehr Zeit, mehr Geduld und vor allem die richtige Unterstützung.

Ich habe gelernt, dass es völlig in Ordnung ist, zu sagen:

„So wie es gerade läuft, funktioniert es für mich nicht.“

Und genauso wichtig ist es, den Mut zu haben, nach einer anderen Lösung zu suchen.

Nicht gegen jemanden.

Sondern für unsere Kinder und für unsere Familie. ❤️

 

 

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