ADHS

„Der Alltag mit ADHS“

ADHS zeigt sich nicht nur in der Schule oder im Kindergarten – oft sind es die kleinen, alltäglichen Situationen, die Familien besonders herausfordern.
Der Morgen beginnt häufig mit vielen Erinnerungen und Aufforderungen: aufstehen, anziehen, Zähne putzen, frühstücken, Schultasche kontrollieren. Was für andere Familien selbstverständlich erscheint, kann bei einem Kind mit ADHS viel Zeit, Geduld und Energie kosten. Jede Aufgabe kann zur Herausforderung werden oder in eine Diskussion münden.

Auch nach der Schule und am Abend setzt sich das oft fort. Hausaufgaben, Aufräumen, Ausziehen, Duschen, Schlafanzug anziehen oder das Zubettgehen können zu täglichen Konflikten führen. Selbst scheinbar einfache Aufgaben wie das Bett machen oder Kleidung wegräumen gelingen häufig nicht ohne mehrmalige Erinnerungen.

Viele Eltern erleben einen Alltag, der geprägt ist von:

ständigem Erinnern und Wiederholen,
häufigen Diskussionen über alltägliche Aufgaben,
Schwierigkeiten bei Übergängen (z. B. vom Spielen zum Essen oder Schlafengehen),
emotionalen Ausbrüchen bei Frust oder Überforderung,
einem hohen Maß an Geduld und Flexibilität.
Diese Situationen entstehen meist nicht, weil ein Kind nicht mitarbeiten möchte. Kinder mit ADHS haben häufig Schwierigkeiten mit der sogenannten exekutiven Funktion – also den Fähigkeiten, Handlungen zu planen, zu beginnen, zu organisieren und bis zum Ende durchzuführen. Was von außen wie Verweigerung aussieht, ist oft Ausdruck dieser neurologischen Besonderheit.
Als Mutter eines Jungen mit ADHS weiß ich, wie kräftezehrend dieser Alltag sein kann. Gleichzeitig habe ich gelernt, dass Verständnis, klare Strukturen und realistische Erwartungen helfen können, den Druck für alle Beteiligten zu verringern. Niemand hat einen perfekten Alltag – und genau deshalb ist der Austausch mit anderen betroffenen Familien so wertvoll.

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